28.03.2018

Mein Ziel ist Tokyo 2020

Pauline Liebig segelte im Laser-Radial bei der letzten Weltmeisterschaft auf Platz 9. „Es ist alles möglich“, sagt die ehrgeizige junge Konstanzerin (DSMC) und nimmt Kurs auf die nächsten Olympischen Spiele.


Paulines Segelkarriere begann ganz klassisch im Optimisten. Ein Schulfreund hatte sie zum Segelkurs eingeladen, danach gab es kein Halten mehr. Die Optilaufbahn habe sie ausgereizt, bis zur Deutschen Meisterschaft, erzählt sie. Ab Sommer 2008 war sie dann zwei Jahre lang im 420er als Vorschoterin auf der Regattabahn unterwegs-doch sie sehnte sich an die Pinne zurück. Da Steuerleute im 420er eher klein und leicht sein müssen, wechselte sie lieber gleich in den Laser-Radial. 2010 trainierte sie bei Landestrainer Peter Ganzert im Laser-Radial, nach dem Abitur 2011 in Konstanz verlegte sie aufgrund ihrer guten Leistungen ihren Trainingsort an den Bundesstützpunkt in Kiel. „Ich habe mir den Studiengang nach dem Studienort ausgesucht“, sagt sie und lacht. So kam sie zur Elektrotechnik und sieht es ganz pragmatisch: „Das kann man gut gebrauchen“. Dass der Frauenanteil mit etwa zehn Prozent eher gering ausfällt, stört sie nicht. „Es macht trotzdem Spaß“. Inzwischen ist die 24-Jährige bereits im zweiten Master-Semester und beschäftigt sich mit Hochfrequenz-, Nachrichten- und Medizintechnik. Ein Glücksfall, wenn man wie Pauline Studium und Training im Perspektivkader des German Sailing Team, der deutschen Nationalmannschaft, unter einen Hut bringen kann. Dabei hilft, dass die Christian-Albrechts-Universität in Kiel offizielle Partnerhochschule des Spitzensports und damit Kooperationspartner des Olympiastützpunkts Hamburg Schleswig-Holsteins ist. „Ich kann in meinem Studiengang vieles online machen“, sagt sie. Mit Anwesenheitspflicht wäre es deutlich schwieriger. Tatsächlich lassen sich für einen Wettkampf auch mal Prüfungstermine verschieben. Trotzdem, zwischen Studium, Krafttraining und Segeln bleibt kaum Zeit für andere Aktivitäten. Und in den Semesterferien sind Trainingslager angesagt. Im März war sie in Mallorca. Und das, trotz eines erst kürzlich abgeheilten Kreuzbandrisses, den sie sich beim Hallentraining zugezogen hat. „Das war nicht perfekt, aber im Sommer ist das ausgeheilt!“ So klar definiert sie auch ihr Ziel: Olympische Spiele. Ihre Teilnahme an den Spielen ist nicht davon abhängig, ob sie im Perspektiv- oder Olympiakader ist, sondern von ihrer Platzierung bei drei international hochkarätigen Qualifikationsregatten in der Saison 2019 / 2020 wie zum Beispiel der WM, EM oder dem Weltcup. Dabei gilt es - so will es die Regel des Deutschen Olympischen Sportbunds - sich als beste Deutsche in den Top acht der Nationenwertung zu platzieren. Denn nur eine Teilnehmerin pro Nation und Disziplin bekommt die Möglichkeit zu starten. Und wie ist das mit der Masterarbeit? „Die wäre Anfang 2019 schon durch“, sagt sie und lässt keinen Zweifel aufkommen, dass ihr alles zusammen gelingen wird.

Foto: © Lars Wehrmann



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